Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. D. Häussinger

Diagnose der Hepatitis C Virusinfektion

Die Weiterentwicklung des HCV-Antikörpertests (HCV-Ak) in der zweiten oder höheren Generationen brachte eine deutliche Verbesserung der Sensibilität und der Spezifität. In der Zeit vor dem Auftreten der Antikörper kann durch einen Antikörpertest eine Virämie nicht festgestellt werden. Eine direkte Messung von Virusbestandteilen kann diese diagnostische Unsicherheit beheben. Die Bestimmung der HCV-RNA (Erbinformation des HCV) mittels der Polymerase-Ketten-Reaktion ist eine solche Messung. Sie ist allerdings aufwendig und im Einzelfall gelegentlich falsch positiv. Falsch negative Befunde sind seltener. Bei Personen, die erhöhte Transaminasen (Leberwerte) und einen positiven HCV-Ak aufweisen, ist in mehr als 90 % auch HCV-RNA im Serum zu finden. Ist HCV-RNA nachzuweisen, liegt eine Virämie (zirkulierender Virus im Blut) vor und der Patient ist als potentiell infektiös anzusehen. Eine Quantifizierung (Mengenbestimmung) der HCV-RNA ist möglich. Die Tests der einzelnen Laboratorien lassen sich jedoch oft nicht untereinander vergleichen. Das Hepatitis C Virus kann bestimmten Typen zugeordnet werden (Typisierung). Diese verschiedenen Genotypen haben eine Bedeutung für die Dauer der Therapie, wenn eine Kombinationsbehandlung mit Interferon und Ribavirin angezeigt ist. Ist trotz positiver HCV-Ak bei mehrfachen Testungen keine HCV-RNA mehr nachzuweisen, so kann es sich auch um einen Zustand nach ausgeheilter Hepatitis C Virus-Infektion ohne weiter vorliegende Virusvermehrung handeln. Dennoch muß bedacht werden, daß eine negative HCV-RNA auch bedeuten kann, daß das Virus nur in sehr geringer Menge im Blut vorliegt, die unter der Nachweisgrenze der HCV-RNA Testung liegt. Heilt eine HCV-Infektion aus, so kommt es oft nach einigen Jahren zu einem Verschwinden der HCV-Ak aus dem Blut. Der Nachweis von HCV-Ak nach ausgeheilter Infektion schützt nicht vor einer Neuinfektion.


 ÓT. Heintges